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Studie zur Maskenverträglichkeit bei Kindern und Erwachsenen

Die Maske ist seit 2020 akzeptiertes Mittel im Hygienekonzept der Regierungen zur Bekämpfung pandemischer Lagen. Im Land Brandenburg ist die Maske gegenwärtig aus dem Alltag fast verschwunden. Vor allem die Maskenpflicht in Schulen stand zur Diskussion. Die COPSY-Studie verdeutlichte erhebliche psychische Auswirkungen der Covid-19-Pandemie-Maßnahmen auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Zu beobachten sind des Weiteren erhebliche Bildungseinschränkungen und Defizite in den sozialen Fähigkeiten Heranwachsender.

 

Ab dem 2. Februar 2023 wird die Maskenpflicht im Land Brandenburg in den öffentlichen Verkehrsmitteln aufgehoben. Darüber hinaus bleibt weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht in den medizinischen Einrichtungen bestehen. Diese Maskenpflicht warf von Anfang an viele elterliche Fragen zu gesundheitlichen Auswirkungen auf, welche wir als Kollegen der Pädiatrie und Allgemeinmedizin fachlich korrekt beantworten wollten. Indizien, Stellungnahmen und Empfehlungen waren uns in diesem Zusammenhang nicht ausreichend aussagekräftig.

 

Im Frühjahr 2021 erhielt Karin Böhm, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg und Studienleiterin der von uns geplanten Maskenstudie, von der Ärztekammer Brandenburg die Genehmigung für eine kleine Pilotstudie zur Maskenverträglichkeit, mit dem Ziel, den Einfluss des Maskentragens auf die Homöostase* gesunder Kinder gegenüber gesunden Erwachsenen zu eruieren, Unbedenklichkeiten auszumachen und/oder Risikofaktoren zu identifizieren. Auffällige Daten sollen mittels Multiplikation des Studiendesigns im Rahmen einer Anschlussstudie genauer betrachtet werden.

 

Im Bewusstsein, dass unsere Expertise für eine Anschlussstudie nicht umfassend genug angelegt ist, sollen Berufsverbände, Studienärzte oder Universitäten zur Fortführung angeregt werden. Die Durchführung der Maskenstudie stellte für das honorarfrei tätige Team, bestehend aus sieben Ärzten und sieben Helfern sowie den 35 Probanden eine organisatorische Herausforderung dar. Alle Beteiligten wendeten bzw. wenden ausschließlich ihre Freizeit dafür auf. Die eng kalkulierten finanziellen Mittel wurden über eine Spendenaktion zusammengetragen. Die Studie wurde über den Zeitraum von zwei Monaten in Perleberg durchgeführt.

 

Die Teilnehmer waren größtenteils Familien, sodass wir je eine Gruppe Frauen, Männer, eine Kindergruppe von 6 bis 11-Jährigen und eine Gruppe 12 bis 18-Jähriger untersuchen konnten. Jeder Interessent wurde nur als Proband angenommen, wenn der Gesundheitszustand unauffällig war und eine Lungenfunktionsprüfung keine Einschränkungen aufwies. Die Probanden trugen je vier Stunden lang Stoff-, OP- oder FFP-2-Masken, um die unterschiedlichen Auswirkungen beobachten zu können. Im ersten Studienabschnitt (im Folgenden klinische Studie genannt) fanden in regelmäßigen Abständen Blutgasanalysen und die Bestimmung der Vitalparameter statt. In einem zweiten Studienteil (im Folgenden häusliche Studie genannt) sind unter häuslich entspannten, störungsfreieren Bedingungen die Proben vom 24-Stunden-Sammelurin sowie Speichelproben zur Ermittlung der Stresshormone Cortison, Adrenalin und Noradrenalin gewonnen worden.

 

Die digitale Aufbereitung der Daten fand sofort nach Abschluss der Studientage statt. Der klinische Studienabschnitt ist sorgfältig tabellarisch dokumentiert und in Grafiken abrufbar. Das Studienteam glaubt, in den Grafiken einen „Maskenaufsetzeffekt“ innerhalb der ersten Stunde des Masketragens, eine anschließende Gegenregulation im Sinne einer Kompensation sowie einen "Maskenabsetzeffekt" als überschießende Kompensation zu erkennen. Die statistische Aufarbeitung und physiologische Beurteilung stockt auf Grund von fehlender Fachexpertise.

 

Wir suchen weiterhin einen interessierten Physiologen sowie einen Statistiker, um unsere Mutmaßungen zu bewerten. Die Proben der häuslichen Studie unterlagen durch Einbindung externer Labore großen Schwierigkeiten. Das Ergebnis der Labordaten ist durch mehrfachen Laborwechsel, fraglich korrekter Transportwege und Lagerung, wahrscheinlicher Überlagerung und weiterhin unvollständig vorliegender Daten nicht nur gefährdet, sondern durch die vielen Unsicherheiten auch nicht mehr valide zu bewerten. Es bedarf weiterhin hartnäckiger Nachfragen und Anmahnungen, teils in ultimativer Form, und Gesprächen via Telefon, Videokonferenz und E-Mail-Kontakt, um die Ergebnisübermittlung im Fluss zu halten. Die Zusammenarbeit mit dem Labor in Stendal blieb unter dem Strich unbefriedigend, weshalb rechtliche Schritte geprüft werden.

 

Um die Ergebnisse retten zu können, wurde ein zusätzliches Labor angesprochen, die Daten zu sortieren. Wir behalten uns vor, mit Erhalt der vollständigen Daten des zweiten Studienteils, diesen aufgrund von Schwächen ad acta zu legen. Der unzufriedenstellende Werdegang der Maskenstudie führte dazu, dass die Verlinkung auf der Krankenhausseite des Klinikums Prignitz nicht mehr aufrecht erhalten werden soll. Darum erstellten wir eine eigene Webseite. Diese finden Sie unter www.maskenstudie.de.  Auf dieser Seite können Sie zum Teil passwortgeschützt, Inhalte wie das Studiedesign, die tabellarische Studienchronik sowie die Dokumentation des weiteren Verlaufes einsehen. Das Passwort können Sie unter kontakt@maskenstudie.de anfordern. Wir arbeiten daran, ein zufriedenstellendes Ergebnis präsentieren zu können. Die Website wird ab dem 1. Februar 2023 online gehen.

Karin Böhm, Studienleitung
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Spezialisierung Neonatologie

Stefanie Hubald, Stellv. Studienleitung
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin